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Landkreis Waldeck-Frankenberg

Beschreibung
Der Landkreis Waldeck-Frankenberg, 1974 im Rahmen der hessischen Regionalreform aus den beiden selbstständigen Kreisen Waldeck und Frankenberg hervorgegangen, ist mit 1.848,52 qkm der flächenmäßig größte Landkreis in Hessen. Im nordwestlichen Teil des Bundeslandes gelegen hat er heute (2004) 176.500 Einwohner, die in 189 Ortsteilen innerhalb von 22 Städten und Gemeinden leben.
Geologisch gesehen liegt der nordwestliche Teil des Landkreises am Rande des Rheinischen Schiefergebirges mit Höhen bis über 700 m, die im rauen Klima z T. mit seltenen Hochheiden bewachsen sind. Der Langenberg bei Willingen stellt mit 848 m die höchste Erhebung dar, über seine Kuppe verläuft die Kreisgrenze und gleichzeitig die Landesgrenze nach Nordrhein-Westfalen. Dazu gehört das Waldecker Upland, Teile des Rothaargebirges, das Ederbergland mit dem 2004 als Nationalpark ausgewiesenen Kellerwald. Die tiefer gelegenen Regionen bestehen aus den Randzonen der Hessischen Senke mit den Landschaften des Burgwaldes, der Korbacher Hochfläche und des unteren Edergebietes. Aus dieser geologischen Ausgangssituation haben sich nur relativ flachgründige Böden entwickelt, die die Landwirtschaft entsprechend geprägt haben.
Der Landkreis hat eine interessante Bergbaugeschichte. Bunt- und Edelmetalle, Eisen und Mineralien wurden bergmännisch gewonnen und gaben vielen Einwohnern früher Arbeit und Brot. Zum Beispiel wurde Gold im Eisenberg bei Goldhausen (Korbach) bergmännisch gewonnen und in der Eder gewaschen.
Die Landschaft wird bei hohen Niederschlägen von 700 mm und mehr vom Wasser geprägt. Drei Stauseen, der Edersee mit 202 Mio. cbm, der Diemelsee mit 20 Mio. cbm und der Twistesee mit 5 Mio. cbm sind Wasserreservoire für die Binnenschifffahrt, aber auch bedeutende touristische Orte. Hinzu kommen ergiebige Mineralquellen, die zu einer Bäderkultur geführt haben (Bad Wildungen, Bad Arolsen). Entlang der Flüsse wurden und werden noch eine Vielzahl von Getreidemühlen betrieben, daneben "Hämmer" und "Rennräder" zur Eisenverarbeitung.
Der Wald hat im Landkreis Waldeck-Frankenberg mit mehr als 85.000 ha einen Flächenanteil von mehr als 45 % und liegt damit weit über dem Landesdurchschnitt. Waldarbeit und Holzindustrie sind auch heute noch beachtliche Gewerbezweige.
Der Anteil der landwirtschaftlich genutzten Fläche nimmt im Rahmen des Strukturwandels ab und liegt zur Zeit mit ca. 70.000 ha bei etwa 37 % der Landesfläche. Dabei spielt die Milchwirtschaft in den regenreichen Mittelgebirgslagen eine besondere Rolle. Durch gezielte Steuerung seitens der Landwirtschaftsverwaltung ist dieser Landesteil ein bedeutendes Zuchtgebiet für Milchvieh und mit modernen Produktionsstätten gut versorgt. Andere Landschaftsteile, z.B. im Frankenberger Land, sind schon immer Nebenerwerbsgebiete mit Realteilung gewesen. Dennoch gibt es auch dort gut
geführte Vollerwerbsbetriebe.
Die vielen Dörfer waren bäuerlich und handwerklich ausgerichtet. Das hat sich inzwischen wie überall gewandelt. Aber die Strukturen sind durch Maßnahmen der Dorf- und Regionalentwicklung erhalten worden. Schlösser und Burgen, Herrschaftssitze und Domänen, bäuerliche Betriebe und Nebenerwerbsbetriebe prägen das Land.
Erwähnenswert ist noch, dass die Grenze zwischen Sachsen und Franken, die ja auch eine Sprachgrenze ist, mitten durch das Land geht. Das ist heute noch an der gesprochenen Mundart und der Bauweise zu erkennen.
Text: Dr. Konrad Graß