Suchsymbol

Erweiterte Suche

 Weitere Zugänge:
· Art der Organisation
· Sachgebiet
· Bundesland
· Regierungsbezirk
· Landkreis
· Landschaft
· Gemeinde
· Personen
· Biographien
 Sonderbereiche:
· Oberbayrische Almen
· AgrarKulturerbe in Europa
- AgrarKulturerbe-Preis

 Vorige Seite 

Landratsamt Hildburghausen - Untere Naturschutzbehörde

Beschreibung
In der südlichsten Spitze des Freistaates Thüringen gelegen, erstreckt sich der Landkreis Hildburghausen vom Rennsteig im Norden über die Höhen des Thüringer Waldes in das Tal der Werra bis zum Heldburger Unterland im Süden. Die Höhenlagen im Thüringer Wald reichen bis 890 m über NN (Neuhäuser Hügel). Der niedrigst gelegene Ort ist Lindenau mit 279 m über NN. Im Süden grenzt der Landkreis an den Freistaat Bayern. Mit einer Fläche von rund 937 km² und knapp 73.000 Einwohnern (Stand 31.12.2002) ist der Landkreis wenig dicht besiedelt. Mundart ist fränkisch. Die Agrarstruktur war bis 1945 überwiegend klein- bis mittelbäuerlich geprägt. Besonderen Wert legt der Landkreis auf sein traditionelles Handwerk (zum Beispiel Drechseln, Holzschnitzen, Spinnen usw.).
Der Landkreis Hildburghausen ist reich an agrarkulturell interessanten Objekten, die von der Unteren Naturschutzbehörde betreut werden:
Die noch vorhandenen Felsenkeller wurden durch die Bauern zum Lagern von Bier, Wein, Obst, Kartoffeln, Gemüse und Rüben genutzt. Gleichzeitig dienen sie, meist unbemerkt, heimischen Fledermausarten als Winterquartier.
Der Schafteich in Hildburghausen ist ein Flächennaturdenkmal, Ersterwähnung im Jahr 1441. Die historische Nutzung ist trotz Nachforschungen nicht bekannt.
Streuobstwiesen, die nach § 18 ThürNatG geschützte Flächen sind, sind im Landkreis häufig und in gutem Zustand vorhanden.
Bergwiesen sind in der Form von Bergmähwiesen eine historische Landnutzungsform im Thüringer Wald. Sie stellen nach § 18 ThürNatG geschützte Flächen dar.
Ackerterrassen wurden zur Eigenversorgung in den Dörfern des Thüringer Waldes mit Kartoffeln und Getreide bestellt. Aufgrund von Kartoffelnematode Verbot des Anbaues in diesem Gebiet. Ackerterrassen gelten als kulturhistorisch wertvoll.
Hecken und Windschutzpflanzungen sind zahlreich vorhanden. Sie dienten den Bauern als Windschutz vor Abtrag der Ackerkrume und zahlreichen heimischen Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum. Sie sind wertvolle Landschaftselemente.
Die ehemalige Grenze zu Bayern (Grenzstreifen) brachte für die Bewirtschaftung erhebliche Arbeitserschwernisse, ist jedoch für den Naturhaushalt von erheblichem Wert. Wird heute durch das Projekt "Grünes Band Thüringen" besonders gefördert.
Der Bau künstlicher Teiche (mehr als 10 ha) diente vorrangig der Landwirtschaft zur Bewässerung bedürftiger Kulturen, hauptsächlich im sogenannten Schweinfurter Trockengebiet. Ein Betrieb der Binnenfischerei nutzte diese Teiche zusätzlich zur Fischproduktion.
Historische Waldnutzungsformen, wie zum Beispiel Mittelwald und Kopfweiden, wurden früher systematisch betrieben. Sie dienten u. a. dem Flechten von Körben in den Wintermonaten.
Zudem sind vorhanden: Zeugnisse der Schafhaltung, Back- und Brauhäuser, historische Gerbereien in Themar, Imkereien (private Honigproduktion und Belegeinrichtung in Oberhof), VEG-Obstbau Buchenhof (Obstproduktion mit Halb- und Viertelstämmen) und Flurmeliorationen.
Zudem existieren Offenställe, eine Ausstallungsform für Rinder aus der Sowjetunion, die Mitte der 50er Jahre in der DDR übernommen wurde.
Der Landkreis Hildburghausen weist insgesamt knapp 200 (Stand Mitte 2004) Geschützte Landschaftsbestandteile, Flächennaturdenkmäler und Naturdenkmäler auf.